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Leichte Sprache ist verständlich. Das ist gut.

16.02.2016

 

Am letzten Samstag (13.2.16) habe ich (gemeinsam mit unserer Gemeindeleitung) an einem Workshop über Leichte Sprache (mit großem L) teilgenommen. Hier einige Eindrück davon.

Leichte Sprache erleichtert das Verstehen von Texten. Sie folgt dafür festgelegten Regeln. Diese Regeln kann man hier nachlesen: www.leichte-sprache.de/dokumente/upload/21dba_regeln_fuer_leichte_sprache.pdf [16.2.2016].

Hier ein Versuch:

„Ich arbeite als Pastor. Pastoren sprechen oft zu Menschen. Sie erzählen dann Geschichten von Gott und von Menschen. Man nennt das predigen. Diese Geschichten hören sich die Menschen an. Manchmal fragen sie: ‚Bin ich einer dieser Menschen?‘ ‚Ja.‘, sage ich dann. ‚Das bist du!‘ Sie freuen sich dann. Und ich freue mich auch.“

Leichte ist eine Kunstsprache, ein bisschen wie eine Übersetzung. Und sie zwingt mich konkret zu werden, in dem was ich meine. Hat ein Wort mehrere Bedeutungen, muss ich mich für eine entscheiden. Brauche ich mehrere Bedeutungen, dann muss ich alle benennen, die ich meine. Leichte Sprache bewahrt mich also vor Floskeln. Darin erinnert sie mich manchmal an die Sendung mit Maus. Hier erklärt der kleine blaue Elefant unsere Welt auf einfache Weise und mit verständlichen Worten. Ein Vorbild für Pastoren.

Mein Fazit: Ich bleibe dran an dem Thema!

 
Hier noch ein Versuch der Umsetzung aus dem Workshop: Markus 16,1-8, Jesu Auferstehung (Luther 1984). Das Kursive ist unser Versuch der Übersetzung in Leichte Sprache.

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.

1 Zurzeit Jesu rieb man Verstorbene üblicherweise mit gut riechenden Ölen ein. Das beabsichtigten auch drei Frauen. Sie gehörten zum Freundeskreis Jesu. Sie hießen Maria, Maria und Salome. Sie kauften solche duftenden Öle und machten sich auf den Weg.

2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.

2 Sie kamen zum Grab Jesu und die Sonne ging auf. Es war der erste Tag einer neuen Woche.

3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

3 Die Grabhöhle war mit einem großen Stein verschlossen worden. "Wer wird den Stein für uns wegrollen?", fragten sie sich.

4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.

4 Aber der Stein war schon zur Seite gerollt worden.

5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.

5 Sie gingen in das Grab hinein. Dort schien ein junger, weiß-gekleideter Mann auf sie zu warten. Sie erschreckten sich fürchterlich.

6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.

6 "Seid mutig und stark!", sagte er ihnen. "Ihr sucht Jesus. Er war tot und er war hier. Aber jetzt lebt er wieder.

7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

7 Er geht nach Galiläa. Dort trefft ihn. Sagt das seinen Freunden. Auch Petrus muss es wissen.

8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

8 Die Frauen ängstigten sich sehr und liefen weg. Und sie behielten das alles für sich.