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Kreuz und Wäschespinne

28.12.2017

 

Dieses Bild entstand an einem kalten Morgen im Herbst dieses Jahres in Schweden. Über Nacht hatte es gefroren. Als dann die Sonne aufging, verdrängten ihre blassgoldenen Strahlen nach und nach den zarten Morgennebel. Ich griff mir meine Kamera und ging nach draußen, während sich der Rest von uns noch einmal im warmen Bett umdrehte.

Anfangs fand ich die Silhouetten des Kreuzes und der Wäschespinne im Gegenlicht nur irgendwie bemerkenswert. Inzwischen bedeutet dieses Bild mehr für mich.

Die Wäschespinne symbolisiert für mich den Alltag mit seiner Routine. Sie steht fast in der Mitte. Daneben aber steht das Kreuz. Es ist größer als die Wäschespinne. Und wenn die Wäschespinne für den Alltag steht, dann steht das Kreuz für den Glauben. Und es kommt mir ein bisschen so, vor als würde es für mich seine Arme ausbreiten. Kreuz und Wäschespinne, Glaube und Alltag sind beide Teil ein und desselben Bildes. Sie beide gehören zu meinem Leben.

Auf eine gewisse Art und Weise beschreibt dieses Bild eine Sehnsucht von mir. Denn ich träume davon, dass das Kreuz den Alltag überragt. Dass es mir am Ende des Tages gelingt, meine Erlebnisse aus der Perspektive des Glaubens zu sehen und zu verstehen. Denn dort, wo Glaube und Vergebung das letztgültige Wort zu meinem Leben sprechen, fängt es an zu strahlen und zu leuchten. Und dann erlebe ich, dass die Sonne aufgeht. Und dann wird der Frost der Nacht zu Wasser, welches die Pflanzen für Ihr Wachstum brauchen.

Bild und Text waren Inhalt der "Weihnachts-Dankeschön-Grußkarte 2017" für die ehrenamtlichen Mitarbeiter unserer Kirchengemeinde.