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Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Hiob 19,25

30.10.2019

 

Andacht zum Monatsspruch November

Dann und wann gerät das Leben aus den Fugen. Manchmal nur ein kleines bisschen, weil sich Umstände verändern, neue Erfahrungen hinzukommen und sich die Welt nun einmal dreht. Diese Dinge können Stolperschwellen sein und den Alltag aus dem Tritt bringen; für einen kurzen Moment den normalen Gang verlangsamen oder gar unterbrechen. Eine Zäsur, die vielleicht sogar notwendig ist und Fortschritt bedeuten kann.

Manchmal aber scheint einfach alles zusammenzubrechen; von einem Moment auf den anderen oder langsam und beständig. Da wird die eigene Welt vollkommen durchgerüttelt und auf den Kopf gestellt, durch Einflüsse von außen oder aus dem eigenen Innern. Enttäuschtes Vertrauen, Krankheit oder Gefühle der eigenen Unzulänglichkeit und Einsamkeit legen eine Schwere über Körper und Seele, die lähmt und an finstere Orte führt. Verzweiflung und Angst beherrschen das Denken. Der Strudel des Overthinking (Überbedenken, Zerdenken, zu viel nachdenken) reißt die eigenen Gedanken unaufhaltsam in die Tiefe. Über dem Fühlen liegt eine Decke aus Dunkelheit. Das Herz ist gleichzeitig unaushaltbar schwer und unerträglich leer. Lebensfreude wird zu Lebensfrust.

„Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ – Worte des Widerstands; nahezu trotzig. Nicht weil plötzlich alles gut wird, wenn man nur fest genug glaubt; nicht weil sich Dunkelheit und Schwere sofort auflösen und das Licht der Hoffnung alle finsteren Gedanken vertreibt; nicht weil sorgenvolle Gefühle ausgetauscht werden, durch pures Glück. Das, was die Schwere verursacht und die Angst und Traurigkeit nährt, das verschwindet nicht immer einfach so. Doch eines ist für immer sicher: es gibt ein ABER!

Agathe Dziuk